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Irland 2005
Dies ist der Bericht über unsere (Bela, Thomas, Anne) dreiwöchige Fahrradtour durch Irland im März 2005.
07/08.03.205 (Autor: Bela)
 Beim Fahrradzusammenbau vor dem Flughafen
 - Und immer noch der Zusammenbau...endlich fertig!
 - Unser erster Platz, mit tollen Blicken auf die umliegenden Berge
Ankunft gegen 12 Uhr Ortszeit in Kerry Airport. Der Flughafen ist wie erwartet sehr klein und man hat den Eindruck, gleich auf einer Wiese zu landen. Unsere Fahrräder wurden von Ryainair anstandslos mitgenommen, nachdem wir in Frankfurt-Hahn die Pedale abmontiert, die Lenker gedreht und die Luft rausgelassen haben. Gegen spezielle Fahrradtaschen haben wir uns entschieden, weil wir nicht wußten, wo wir diese in Irland aufbewahren sollten. Die Räder wurden offensichtlich mit dem normalen Gepäck transportiert, so kamen sie dann auch auf dem normalen Gepäckband in die Halle gefahren. Leider hatte ich den Fotoapparat nicht schnell genug parat, um diesen Anblick einzufangen.
Danach haben wir lange gebastelt und geschraubt, und endlich ging's dann auch irgendwann los. Anfangs leider auf einer sehr großen Straße bis Killarney, mit ein paar Hügeln zum eingewöhnen, aber noch nichts Spektakuläres. Anne hatte erst Probleme mit der Schaltung (zum ersten Mal so richtig auf einem Rad mit Schaltung und Felgenbremsen statt Rücktritt), aber das ging dann mit der Zeit. Leider ist sie auch ohne Radhose losgefahren, was dann gleich auf den ersten Kilometern wunde Stellen verursachen sollte. In Killarney dann lange eingekauft, nach Radhose für Anne gesucht, aber war ihr zu teuer. Killarney sieht richtig irisch aus, die shop fronts sind alle so wie auf den Fotos im Führer. Wir fragen uns, ob das per Gesetz so geregelt ist (wie in Rothenburg ob der Tauber), oder ob die das freiwillig so einrichten. Im Tesco beim Einkauf erste Bekanntschaft mit irischen Supermärkten: im Gegensatz zu dem, was uns hier teilweise berichtet wurde, sind dort ganz "normale" Lebensmittel erhältlich (uns wurde gesagt, man bekäme dort z.B. kein richtiges Brot etc.), sprich das Sortiment ist dem hier sehr vergleichbar. Allerdings wirken die Portionen eher amerikanisch, Cola, Pepsi ab 2 Liter, "Buy one, get one free" ist quasi überall. Preise sind ok, nicht billig, aber auch nicht Norwegen.
 - Die Zubereitung des ersten Mahls...

Nach Killarney geht's dann weiter, von der Hauptstraße ab in den "Gap of Dunloe". Sehr ruhig dort und bald auch spektakuläre Landschaft. Erinnerungen an Tarn und Verdon in Frankreich und die Lofoten werden wach, schroffe, senkrechte Felsen gehen seitlich der Straßen nach oben. Die Straße ist bald für Autos gesperrt, und es geht sehr steil auf und ab. An einem Berg werden wir aus Autos (Anwohner frei) angefeuert, wie wir im 1. Gang einen extrem steilen Berg hochschnaufen. Anne muß schon schieben. Später bricht dann noch Anne's Kette, die wir vor der Abfahrt wegen kaputtem Kettennieter mit Hammer und Nagel repariert hatten. Gott sei Dank hatte ich ein Reparaturset mit Kettennieter dabei, so dass ich den Defekt noch am Abend im Schein der Taschenlampe reparieren kann. Längere Suche nach geeignetem Platz (nach langer, schneller, kurviger Abfahrt), am Ende ruhiger Platz im Hochmoor knapp neben der Straße, spektakulärer Blick, aber matschig, abschüssig und hügelig.
 - Unsere Pause in Kenmare
 - Im Park darf man nicht zelten...schade
Merke: Irland ist hier nicht hügelig, sondern bergig! Das sind echte Berge! Früh schlafen (nach Reis mit Scheiß), früh raus (8:00), bis 10:00 packen, dann irgendwann endlich losgefahren. Strecke heute: Anfangs flach, dann steil hoch, hart für Anne. Von oben schöne Abfahrt, dan etwas ruhiger, dann nochmal richtig hoch. Danach lang und schnell runter, dann ab nach Beara Peninsula, nochmals hügelig. Nach 1. Abfahrt Halt in Kenmare, Wasser gekauft, im Park gesessen, noch so ein typisch irisch aussehender Ort! Am Anfang vom 2. Berg fliegt Annes Kette runter und wir halten vor einem Haus, wo gerade Handwerker zu Gange sind, um sie wieder draufzumachen. Spontan machen die Handwerker Pause, kommen rüber und unterhalten sich länger mit Anne und mir über unser Woher und Wohin. Anne versteht bei dem irischen Akzent kaum ein Wort, ich kann mit einiger Mühe folgen, aber die Antworten kommen noch ganz gut raus. Offensichtlich haben sie ziemlichen Respekt vor unserer Tour, es scheint um diese Jahreszeit nicht viele Touristen zu geben (das wird sich später bewahrheiten!). Dann langer, harter Berg, mehrere hundert HM, Thomas voraus, ich versuche Anne etwas aufzumuntern. Danach besagte lange Abfahrt nach Glengariff. Eingekauft, wild bepackt auf Platsuche. Wir wollen von der Hauptstraße an der Südseite von Beara nach links runter zum Wasser, verpassen aber leider die erste Einfahrt, welche kaum größer ist als ein Feldweg, finden dann aber noch eine, wo ich runterfahre und ewig nach einem anständigen Plat suche. Wir nehmen dann einen netten, flachen Platz zwischen Steinen, zwar nicht ganz am Wasser (da sind noch Zäune dazwischen). Dann Nudeln in Olivenöl und Tomatenmark, Würstchen, Glas Vodka, noch ein bißchen im Zelt sitzen und ab ins Bett.
09.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 40 km)
 - Unser Platz bei Castletownbere im Sonnenuntergang...
 - ...und auch sonst hübsch...
 - Das Gras ist wirklich kniehoch hier! Und unten Matsch...
Eigentlich wollte ich ja nicht jammern - aber aua! Eine wichtige Lektion, die ich in den letzten Tagen gelernt habe - fahrradhosen sehen zwar "lustig" aus, sind allerdings ungemein praktisch. Leider etwas zu spät gemekrt, denn ich kann kaum mehr auf dem Sattel sitzen. So mußten wir nach einem Platz suchen, an dem ich einen Tag pausieren kann und die beiden Herren einen Tagesausflug starten können (sicher 3mal so schnell ohne mich! :-))
Unterwegs kauften wir in Castletownbere Lebensmittel ein, fanden eine Apotheke und sogar die gut versteckten öffentlichen Toiletten, wo wir feststellen ußten, daß fettiges Geschirr, trotz massiven Einsatzes von Spüli, nicht mit kaltem Wasser sauber zu bekommen ist! Weiter also in Richtung Dunlop Castle, in dessen Umgebung wir hofften, einen schönen Platz zu finden. Was wir dann taten, nach einer Sackgasse und einem "nicht bezeltbaren" Platz. Da sind wir nun auf einem hoch gelegenen Felsen, mit Blick aufs Meer und in der Ferne ein paar wenige Häuser. Der Weg hier hoch war nicht ganz unbeschwerlich, weil stiel und hohes, trockenes Gras uns den Weg erschwerte. Nach einem sehr leckeren Essen mit Geflügel (was leider einen leichten Fischgeschmack hatte), Gemüse und Sahne und Matschkartoffeln unternahmen wir noch einen abendlichen Spaziergang Richtung Meer. Es blieb dann auch bei der Richtung, denn wir hatten die Entfernung falsch eingeschätzt und es wurde langsam dunkel, also machten wir uns nach ca. der halben Strecke auf den Heimweg.
 - Der erste und vorletzte Platte. Schwalbe Marathon Cross haben sich gelohnt!
Und bevor ich es vergesse: heute hatten wir, bzw. Thomas, unseren ersten Platten!
10.03.05 (Autor: Anne, Distanz: Thomas+Bela 70km)
 - Thomas in Belas Zelt
Heute: strahlender Sonnenschein. Das Meer glitzert in der Ferne. Bela und Thomas sind ohne mich unterwegs und werden sicher ausgepowert zurück kommen. Ich lese und döse und hoffe die beiden bringen Bier mit.
Haben sie auch. Dazu gabs leckere Crisps und Schokolade. Abends saßen wir für unsere Verhältnisse noch lange zusammen und haben bei sternenklarem Himmel die funkelnden Sterne bewundert. Thomas hat angeblich 5 Sternschnuppen gesehen, die aber garantiert nicht so groß und hell waren wie das Ding was ich gesehen habe.
Ergänzung Bela:Wir sind früh ohne Gepäck los mit dem Ziel, die Westseite von Beara zu umfahren, nördlich entlang bis zum Healy Pass, quer rüber, und dann unten wieder zurück nach Castetownbere. Soweit zur Theorie. Das Wetter war natürlich traumhaft, und wir haben auch gleich ordentlich losgelegt. Bis zur Passüberfahrt vor Allihies waren die Berge auch nicht allzu hart, eher langezogen und nervig, aber auch mit schönen Abfahrten. Schon hier schöne Blicke auf das Meer und die Buchten. Dann durch Allihies durch, in einem winzigen Geschäft noch was zu trinken gekauft. Nach Allihies wurde es dann erstmal richtig interessant. Einige kurze, knackige Anstiege von ca. 50-100 HM Differenz, dann aber an der Nordseite drei heftige Anstiege, jeweils über 20% (von ortsansässigen Rennradfahrern stammen diese Zahlen) und schon über 100 HM Differenz. Ich mußte für die Berge schon ordentlich arbeiten... Danach wurde es dann etwas entspannt, bis man wieder von der Hauptstraße abbiegt und dem Beara Way (Coastal Road) folgt, die einen kleinen nördlichen Bogen fährt (die Hauptstraße fährt eine direktere Route). Dort wurde es dann wirklich hart: kurze Anstiege, extrem steil (sicher bis zu 20% und mehr), nie sehr lang (höchstens 100 HM Differenz), aber dafür pausenlos. Kaum ist man oben, geht's genauso steil wieder runter, und unten genauso steil wieder hoch. Absolut kein gerader Meter. Zudem haben wir dann noch die Strecke überschätzt - als wir dachten, wir wären kurz vor Ardgroom, verriet uns das Straßenschild, dass es noch 9km sind - welche genauso hügelig waren. Etwas entschädigt wurden wir natürlich durch die tollen Blicke über die Bucht zwischen Beara und Iveragh und den Blick bis rüber nach Iveragh (Kerry). Schließlich in Ardgroom angekommen, haben wir erstmal ein bisserl Proviant (=Schokolade+Cola) gekauft, und sind dann weiter - Gott sei Dank in die falsche Richtung! Wir sind nämlich in die falsche Richtung aus dem Ort raus, und sind wieder zurück nach Westen, anstatt nach Osten zum Healy Pass (300 HM) zu fahren. Das ist allerdings wesentlich kürzer, da eine vergleichsweise flache Straße im Inland von Beara nach Castletownbere führt. Die haben wir also genommen (und unseren Fehler zu spät bemerkt, um noch umzukehren. Zwischendurch fragte ich Thomas an einem Berg, warum denn plötzlich das Meer rechts ist. Er meinte nur, ob ich denn bei dem Berg immer noch an sowas denken könnte?), und waren dann relativ schnell in Castletownbere. War aber ganz gut so, denn nach Einkauf etc. war's doch schon spät genug. Ich weiß nicht, ob wir die Strecke über den Healy Pass noch vor Sonnenuntergang geschafft hätten.
11.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 40km)
 - Bela im Cable Car vom Festland nach Dursey
 - Alle im Zelt, auf der Flucht vor Wind und Wetter
 - Im Cable Car
Sind kurz nach 8 aufgestanden, und mußten feststellen, dass die Sonne hinter dicken Wolken verschwunden war und der Wind aufgefrischt hatte - irisches Wetter eben, nur der Regen fehlte noch. Die erste Etappe war recht angenehm zu fahren, zwar fast ständig bergauf, aber nicht zu steil. Zum Einkaufen ging's wieder nach Allihies, welches flächenmäßig recht groß war, allerdings sehr großzügige Flächen mit wenigen Häusern aufwies. Nach dem Einkauf mßten wir uns beeilen, um rechtzeitig zur Kabelbahn nach Dursey Island zu gelangen. War, zumindest für mich, recht anstrengend, aber wir haben es rechtzeitig geschafft. Die Kabelbahn erschien auf den ersten Blick nicht sehr vertrauenserweckend, zumal der Wind recht sark war, aber was Kühe transportieren kann, kann auch 3 Menschen mit Rädern sicher ans andere Ufer bringen.
Dursey ist recht schroff und kaum bewohnt, außer natürlich von kühen und den kleinen Weißen. Die Insel scheint auch ein beliebter Stellplatz für Schrottautos zu sein. Der Wind ist mittlerweile zu einem kleinen Sturm geworden, der über die Bergkämme fegt und heult. Unser Zeltplatz ist eher in Kompromiß, da geeignete Stellen hier eher rar sind (Anm. Bela: entweder die Wand ist senkrecht, der Wind fegt einen um, oder es ist eine so hubbelige Wiese, dass man unmöglicherweise schlafen könnte). Hauptsache, es fliegt nix weg. Zelte aufbauen war nicht so einfach, aufgrund des Windes und des steinigen Untergrundes.
Ich habe mich jetzt im Zelt versteckt und nach einer Dose Thunfischsalat und ca. 300 Keksen ist meine Laune auch wieder besser. Bela und Thomas sind bei der Kälte noch den nächsten Gipfel besteigen gegangen, während ich hier im Zelt mit kalten Fingern diese Zeilen schreibe. Hoffentlich werden die zwei nicht ins Meer gepustet!
Thomas machte heute den Vorschlag, doch mal einen 3-Wetter-Taft-Werbefilm auf Irland zu drehen. Sehr lustig - zumindest für seine Frisur! Am Abend haben wir im Zelt (oder besser gesagt: Bela hat) gekocht, da es draußen zu windig war und es außerdem zu regnen begann. Letzte Anmerkung: der Betreiber der Kabelbahn erzählte mir am nächsten Tag, dass Dursey 4-6 Einwohner habe.
 - Unser Platz auf Dursey. Beachte die doppelte Abspannleine an der Ecke vom linken Zelt! Ich wollte nicht wegfliegen...
 - Wieder mal im Cable Car
Ergänzung Bela:Wir sind genau genommen auf zwei Gipfel. Erst haben wir uns in Richtung Spitze der Insel vorgearbeitet, allerdings erkannten wir dann auf dem nächsten Gipfel, dass es nochmal ganz runter und dann wieder hoch geht, was uns dann doch zu weit war. Der Wind war hier schon wahnsinnig stark, ich hatte schon Angst, dass mir der Fotoapparat wegfliegen würde! In der Ferne sieht man mehrere Inseln im Meer (The Bull, The Cow, The Calf heißen sie wohl), auf einer ist auch eine Leuchtturmstation - muß irre sein da draußen bei dem Wind! Dann sind wir in Gegenrichtung auf einen noch höheren Berg, wo eine aus der Ferne zu erkennende Ruine stand. Die Ruine erwies sich als eine alte Burg, von wo aus man natürlich alle Gewässer und halb Beara im Blick hatte. Es ist sehr angenehm, dass die Iren solche Ruinen einfach stehen lassen und bestenfalls noch ein Schild mit einer kurzen historischen Übersicht daneben stellen. Dann kann man alles auf eigene Faust erkunden und sich den Platz in Ruhe ansehen. Der Wind war dort oben noch stärker, und wir fühlten uns sehr von den Schafen beobachtet (nichts für Paranoiker!), also wieder zurück.
12.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 80km)
Sind heute zeitig aufgestanden, da wir eigentlich schlechtes Wetter erwartet hatten, aber - die Sonne schien und wir waren recht zeitig wieder an der Kabelbahn. In Allihies haben wir Essen gekauft und hatten auch unsere erste größere Krise (mit schlechter Laune, Frustkaufen und allem Drum und Dran), wiel wir uns nicht so recht entscheiden konnten, was wir tun sollen. Eine preiswerte Unterkunft suchen, damit ich mich richtig auskurieren kann, oder nach Kenmare weiter fahren, wo es ein Hostel gibt?
Sind dann doch nach Kenmare weiter. Die Strecke war landschaftlich sehr schön mit recht kargen und teilweise sehr steilen Anstiegen. Kurz vor Kenmare haben wir zwei andere Radreisende getroffen, zum Glück muß man sagen, denn nur für 3 Leute hätte das Hostel evtl. nicht geöffnet. Die beiden anderen waren zwei Luft- und Raumfahrttechnik-Studenten aus Stuttgart, die anscheinend ihr gesamtes Erspartes in sehr viel und sehr teure Ausrüstung investiert haben. Wie man mit solchen Massen an "Nützlichkeiten" überhaupt vorwärts kommt, weiß ich allerdings nicht. Abends waren wir mit den beiden noch im "Wander Inn", einem gemütlichen irischen Pub mit guter Musik (aus der Jukebox, bis der DJ kam, dann flüchteten wir).
Also: Das Hostel war super ausgestattet, tolle Küche mit allem Drum und Dran, und das Wichtigste: eine Dusche!
13.03.05 (Autor: Anne, Ruhetag)
Trübe Stimmung am Abend, ich weiß nicht warum. Haben den ganzen Tag rumgegammelt und nach einem Waschsalon gesucht, aber nix gefunden.
14.03.05 (Autor: Anne, Thomas+Bela: ein paar KM)
Haben eine Radhose für mich bekommen. Wollen noch eine nacht hier bleiben. Konnten auch endlich einen Waschsalon ausfinden machen und endlich waschen. Thomas und Bela sind im strömenden Regen schnelle 40km gefahren, aber bei dem Wetter macht es dann wohl doch nicht so viel Spaß!
15.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 80km)
 - Anne und unser einziger Wald-Campingplatz
 - An unserem nebligen Fort
 - Der Blick aufs Meer, allerdings ohne Nebel. Weiß gar nicht mehr, wo das war.
Sind von Kenmare in Richtung Waterville aufgebrochen. Der Wind war ziemlich stark und je höher wir kamen, umso nebliger wurde es (könnten auch Wolken gewesen sein, der Unterschied ist kaum auszumachen). Meine neue Radhose wirkt anscheinend Wunder - sind ganz schön schnell unterwegs. Haben auch einen Abstecher zu einem Fort eines Stammeshäuptlings von vor 2000 Jahren gemacht, welches aber leider im Nebel etwas unterging.
Der Nebel wurde immer dichter, so dass man teilweise kaum unterscheiden konnte, ob es bergauf oder bergab ging. Klingt seltsam, war es auch. Wir haben auch mal wieder gemerkt, wie freundlich die Iren sind, als einer anhielt und die ratlos um sich blickenden Reisenden ansprach und hilfe anbot. Sind dann doch nicht auf die angebotete Wiese gezogen, von der man bei Sonnenschein einen wunderbaren Blick aufs Meer gehabt haben muss.
Haben dann noch recht alnge gebraucht um einen Platz für unsere Zelte zu finden, da rings um Waterville natürlich viele Häuser mit eingezäunten Grundstücken stehen. Sind dann ca. 6km nach Waterville in einer Nebenstraße fündig geworden, und zwar in einem Waldstück. Es wurde auch langsam Zeit, da wir kaum noch sitzen konnten und die dunkelheit heraufzog. Ich fands ganz schön unheimlich, zumal der Wind durch die Baumwipfel zog und Krähen rumkrächzten. Die nacht wurde sehr warm, da auch das Moos von unten gut isolierte.
Ergänzung Bela:Dies war unser erster Tag auf dem Kerry Way, und wie befürchtet waren deutlich mehr Touristen da als auf Beara. Auf einigen Streckenabschnitten kommen einem viele Busse entgegen - es war also eine sehr kluge Angabe unseres Führers, gegen die typische Busrichtung zu fahren! Kleine Anekdote: in der Nähe von dem Platz, wo uns der nette Herr eine Wiese vorgeschlagen hatte, stand ein Schild: "Best View in Ireland" oder so ähnlich - nur leider hatten wir eine Sicht von vielleicht 30m. Leider haben wir es verpaßt, dort ein Foto zu machen.
16.03.05 (Autor: Bela, Distanz: 70km)
 - Der schöne Campingplatz in Cahersiveen
 - Die angebliche Fähre auf Valencia Island
 Der steile Berg am Skellig Ring
 - Anne als Cola-Model
Morgens nichts zum Frühstück da, also schnell eingepackt und 9:30 schon los. Dann an der Tankstelle gegenüber einer Kirche, in der gerade Gottesdienst war, schnell was gegessen und dann los auf den Skellig Riong. Anfangs noch recht flach, dann irgendwann ein richtig ordentlicher Anstieg bis in die wieder auf nur 300-500m hängenden Wolken. Am Ende richtig steil, oben wird's dann richtig kalt, bis Anne auch da ist. Darauf folgte dann eine rasante Abfahrt, ich traue mich wegen des Seitenwindes nicht schneller als 60 km/h, Thomas hingegen rast mit 70 km/h den Berg hinunter. Unten im Ort ist schon wieder die öffentliche Toilette geschlossen - auf Beara waren diese alle offen, dafür sind hier alle zu. Über die Brücke auf Valencia Island. Mit Rückenwind zur Spitze, um dann dort theoretisch mit der Fähre nach Cahersiveen zu fahren. Und während wir da so am verlassenen, uns schon recht suspekten Fähranleger stehen (es steht aber kein Schild, dass zu sei oder so!), kommt ein Ire vorbei und fragt beiläufig, ob wir denn etwa auf die Fähre warten würden, die wäre in der Wartung, erst in zwei Wochen wieder. Na toll, alles gegen den Wind wieder zurück fahren und auf dem landweg aussrenrum. Unterwegs der erste richtige Regen (auf dem Fahrrad), kurz, aber heftig. In Caherseveen sehen wir einen offenen Campingplatz, den wir auch gleich nutzen, da die Gegend wieder sehr dicht besiedelt ist. Treffen noch zwei deutsche Backpackerinnen, die auch den Kerry Way machen. Nach dem Abendessen macht der sehr freundliche Platzbesitzer den Kamin im Gemeinschaftsraum an, wo wir erst zu dritt und dann zu fünft um das Feuer bis in die Nacht sitzen. Abends ist am Zelt dann Nacktschneckenattacke, zu Hunderten kommen sie aus ihren Verstecken gekrochen und laufen auf dem Zelt rum. Gott sei Dank ist der Platz wenigstens windgeschützt, weil's wieder ordentlich zieht.
17.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 60km)
 - Unser Platz bei den Bauern
 - ...und der Abendhimmel
Sind spät losgekommen, erst gegen Mittag und dann Richtung Killorglin gefahren. Auf dem Weg dorthin stand uns ein hoher, steiler Berg im Weg, über den wir natürlich mußten. Die Abfahrt war spektakulär, da wir ca. 10km lang kaum treten mußten. So erreichten wir in kurzer Zeit Killorglin - leider, wie wir am Anfang dachten. Denn in so einem besiedelten Gebiet ist es schwierig, einen Platz für die Nacht zu finden. Zum Trost gönnten wir uns erstmal Burger und Fritten. Danach begann das große suchen und wie erwartet war es schwierig was zu finden. Also mußten wir wohl oderübel jemanden fragen. Wer wurde wohl vorgeschickt? Die Person mit den besten Englischkenntnissen? Nö. Sondern die Charmanteste. Also habe ich gefragt und wurde sogar verstanden! Ein sehr freundliches Ehepaar hat uns auf ihrem Feld übernachten lassen und so konnten wir den Abend noch gemütlich ausklingen lassen.
 - Sicht vom Pass zwischen Cahersiveen und Glencar
 - Der gleiche Pass
Anmerkungen Bela:Wir sind nicht die naheliegende Strecke entlang der Küste gefahren, sondern durchs Inland über Glencar, wie vom Führer empfohlen. Eine sehr lohnende Strecke, wegen spektakulären Landschaften und Ausblicken! Leider haben wir den Ort Glencar verpaßt, irgendwie liegt er nicht direkt an der Straße, oder ist so klein und verteilt, dass man es irgendwie nicht merkt, wenn man durchfährt. Auf jeden Fall sind wir dann noch auf einen Berg, von dem es kilometerlang mit Rückenwind runterging, so dass wir wirklich über 10km nichts tun mußten. Eigentlich wollten wir auf dem Weg was suchen, aber so waren wir im Handumdrehen in Killorglin.
18.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 75km)
 - Thomas will Anne in Inch ins Wasser werfen
 - Strecke im Süden von Dingle
 - Bela und Anne am Strand von Inch
 - Der Strand von Inch
Relativ zeitig aufgebrochen, um die Bauern nicht zu stören. Sind Richtung Dingle gefahren und haben bei Sonnenschein am Strand von Inch erstmal eine längere Pause gemacht. Dabei hatte sich auch eine Wildbiene zu uns verirrt (ganz schön groß für eine Biene!). Bis dahin war der Weg relativ flach (also eher hügelig, aber kein Vergleich zu den Bergen vorher). Danach ging es steilere Berge hoch und wir hatten unseren 2. Platten (diesmal Belas Rad). Beim Schlauchwechseln hat er sich leider einen etwas ungünstigen Platz ausgesucht - ich sag nur: Scheiße (gelaufen).
 - Das Meer Ri. Osten
 - ...und Ri. Westen
 - Blick rüber nach Iveragh
 - Und etwas später im Inland
In Dingle angekommen, bin ich beim Absteigen leider nicht rechtzeitig aus dem linken Körbchen gekommen und kunstgerecht umgefallen - genau auf mein linkes Knie - aua. Danach war der Tag erstmal gelaufen und wir haben ca. 6-7 km außerhalb des Ortes einen sehr schönen Platz am Meer in einer größeren Mulde gefunden. Dem Anschein nach waren wir auch nicht die ersten, die dort übernachtet haben. Dann noch ein leckeres Abendessen und ein schöner Sonnenuntergang, und das war's dann auch.
19.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 45km)
Meinem Knie gehts nicht gut und wir beschließen, heute nicht den Connnor-Paß zu fahren, sondern den Weg um die Halbinsel fortzusetzen. Das Wetter meinte es mal wieder gut mit uns und so hatten wir sehr schöne Ausblicke auf das Meer. Trafen auf dem Weg bei einem Aussichtspunkt zwei Amerikaner, die sich Räder für einen Tagesausflug gemietet hatten. Gegen nachmtitag frischte der Wind merklich auf und es wurde immer beschwerlicher.
 - Blick hoch zum Gipfel des Mt. Brendan
 - Mal in eine andere Richtung
 - Auf halber Höhe
 - Alle Blicke mehr oder weniger südliche Richtung...
Haben eine längere Pause am Brandon Creek gemacht und danach begonnen, einen Platz für die Nacht zu suchen - sehr schwieriges Unterfangen. Sind dann eine Seitenstraße Richtung Berge gefahren. Inzwischen war der Wind so stark, dass ich schieben mußte. Am Ende der kleinen Straße war ein Platz mit einer halbrunden Mauer und einer Marienstatue drauf - der Anfang eines Kreuzweges. Bela und Thomas sind dann diesen Weg bis auf den Gipfel des Mount Bernard gewandert. Muß wohl sehr steil und extrem windig gewesen sein.
Katholiken sollten jetzt nicht weiterlesen.
 - ...und unser Platz darunter.
 - Morgendliche Besucher!
 - Anne und Thomas sind schon im Schlafsack...
 - Die Marienstatue, die uns vor Regen und Wind beschützt hat
Als die beiden zurück waren, überlegten wir, wo wir übernachten könnten. Wir hatten angefangen, Belas Zelt aufzubauen, aber gemerkt, dass der Wind es zu sehr zusammendrückt. Die einzige einigermaßen windgeschützte Stelle war der Platz vor der Marienstatue. Aber davor ein Zelt aufbauen? Thomas hat sich daraufhin von seinem Bruder den Wetterbericht für unser Gebiet schicken lassen - 10 bis 20% Regenwahrscheinlichkeit. Wir haben uns dann einfach ohne Zelt vor die Heilige maria gelegt. War ziemlich lustig, und es wurde noch lustiger, als aus dem Auto, das kurze Zeit vorher in unserer Nähe geparkt hatte, eindeutige Geräusche kamen. Von wegen Pilger! Die haben für ganz andere Dinge gebetet. Ich sage nur: Oh Yeah Baby!
 - Thomas im Wind vor dem Gipfel
 - Vom Gipfel nach West-Nordwest
 - Nach West-Südwest, also eher ins Inland
Ergänzung Bela:Unser kleiner Ausflug auf dem Mt. Brendan (950m) war schon ein ziemliches Highlight. Der Weg ist Teil eines Pilgerweges, welcher vom Südwesten von Dingle quer durch nach Nord(osten) führt. Der Weg ist mit weißen Pfählen markiert, und alle paar hundert Meter steht ein Kreuz (Kreuzweg halt). Am Anfang führt der Weg über Wiesen, nicht sehr steil, da gibts dann sogar noch Schafe. Wenn man dann aber höher kommt, wird es zunehmend steiler. Es gibt dann wohl die Möglichkeit, am Fuße des Gipfels entlang weiter zu gehen, der Weg zum Gipfel ist nach am Parkplatz stehender Karte "auf eigene Gefahr". Wir sind dann bei sehr starkem Wind - teilweise mußten wir uns festhalten, um nicht umzufallen - quer hoch auf den Gipfel, was gegen Ende doch ziemlich weit und steil und anstrengend war. Oben wurden wir allerdings kurz vor Sonnenuntergang an einem wirklich klaren Tag von einem grandiosen Blick über ganz Dingle, die vorgelagerten Inseln, die Berge im Osten der Halbinsel (die zweithöchste Irlands!) usw. belohnt. Also, wenn das Wetter klar ist: diesen Ausflug nicht! unterlassen! Wir mußten dann allerdings ganz schnell runter, da es erstens schnell dämmerte und wir Angst hatten, dass Anne denkt, wir wären abgestürzt oder sowas...
20.03.05 (Autor: Anne,Distanz: 60km)
 - Blick vom Connor Pass nach Norden
 - Anne am Connor Pass, Ri. Norden
 - Immer noch Ri. Norden
Wir sind schon um 6 Uhr morgens aufgestanden, um nicht von irgendwelchen Gläubigen (Sonntag, Anfang der Karwoche!) gesehen zu werden und innerhalb von Rekordzeit hatten wir alles zusammengepackt. Unser Warm Up waren 10km mit Gegenwind nach Dingle (wo wir am Pier gefrühstückt und verzweifelt eine öffentliche Toilette gesucht haben) und sind dann den Connor Paß gefahren, der höchste Irlands.
Nach der Abfahrt haben wir am Strand eine Pause eingelegt und uns dann auf den langen Weg nach Tralee gemacht. Kurz vor der Stadt begann es auch noch zu regnen und wir mußten die Zelte im Nassen aufbauen (schöner Campingplatz am Stadtrand). Thomas und Bela waren abends im Kino ("House of the Flying Daggers"). Guter Film. Zum Abendessen gab es Pizza in einem vom Führer empfohlenen (amerikanischen) Restaurant.
Anmerkungen Bela:Der Connor Paß ist nicht so schlimm, wie es klingt. Er mag zwar hoch sein, aber die Auffahrt ist lang und eher weniger steil, und das Ziel ist die ganze Zeit vor Augen. Der Blick von oben, der in allen Führern gepriesen wird, ist zwar ganz hübsch, aber *nichts* im Vergleich zum Mt. Brendan. Andererseits kommt man da natürlich mit Auto oder Fahrrad nicht hin.
21.03.05 (Autor: Anne, Ruhetag)
Heute war Ruhetag und das haben wir genutzt, um lange zu schlafen, zu waschen und die Stadt anzuschauen (hat aber geregnet). Während wir auf die Wäsche warteten, haben wir sogar ferngesehen - irische Soaps und Talk Shows. Die waren richtig schlecht, aber entspannend.
Abends waren wir noch in einem Pub und Bela und ich haben Irish Stew gegessen - sehr lecker!
22.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 80km)
 - Irgendwo im Norden von Claire, wo wir gerade hinfahren.
Sind extra zeitig aufgebrochen, um weiter zu kommen. Dank Rückenwind und hohen Gängen sind wir die ersten 50km praktisch geflogen (23er Schnitt) und haben innerhalb kurzer Zeit Tarbert erreicht und haben von dort mit der Fähre übergesetzt. Drüben angekommen hat es natürlich angefangen zu regnen, was aber nicht so schlimm war, da die Sonne durchschien und einen wudnerschönen, großen Regenbogen erschuf.
Die anschließenden Kilometer waren recht unspektakulär und die Suche nach einem Schlafplatz wie immer schwierig. Also beschlossen wir es in Strandnähe zu versuchen - hatte ja schonmal geklappt. Tja, und da stand es: ein riesiges, noch unfertiges Hotel, an dem fleißig gebaut wurde. Haben es dann trotzdem in dessen Nähe versucht, da wir keine Lust mehr auf suchen hatten, und haben auf einer kleinen Wiese in der Nähe des Strandes einen Platz gefunden.
23.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 50km)
 - Die Cliffs of Moher, sehr spektakulär
 - Leider voller Touristen, die auf dem Bauch an den Abgrund kriechen
 - Bela und Thomas vor den Cliffs of Moher
Heute war der Tag der großen Pausen. Sid weiter Richtung Norden gefahren und irgendwie nicht richtig voran gekommen. Ein großer Teil der Strecke schien touristisch sehr erschlossen zu sein. In einem solchen Ort haben wir angehalten und ausgiebig Mittagspause gemacht. Die Strecke wurde noch sehr schön und wir haben uns die Cliffs of Moher angesehen - sehr sehenswert!
In Doolin hatten wir keine Lust mehr, weiter zu fahren und haben uns nach einem Zeltplatz umgesehen. Beim ersten war anscheinend niemand da und wir sind ans andere Ende des Ortes gefahren, wo ein Hostel mit einem kleinen Zeltplatz war. Der Empfang war sehr freundlich und wir kontten im Hostel alles frei benutzen - Dusche (sehr heiß, wohltuend), Küche und Aufenthaltsraum, sogar das Waschen war kostenlos. Sehr empfehlenswert!
24.03.05 (Autor: Anne, Distanz: 70km)
 - Unser Zeltplatz auf dem Feld in Carron
 - Zur alten Kirche...leider ist der Weg etwas komisch geführt: unten steht klein "Beware The Bull", aber man soll über's Feld
 - Bela im Regen
 - Regen in North Claire
Sind bei relativ schönem Wetter losgefahren und durch sehr schöne Landschaft gekommen - recht karg aber eindrucksvoll. Trotz der nicht gerade üppigen Vegetation weideten Kühe die Gegend ab (waren ziemlich zutraulich). Unterwegs haben wir uns noch ein altes Castle angesehen - da schien noch die Sonne. Danach zog es merklich zu und es begann zu regnen. Haben dann noch bei einem archäologischen "Highlight" Halt gemacht. Zwei senkrecht Steine mit einem waagerecht darüber. Soll so um die 5000 Jahre alt sein. Belas Kommentar: "Die könnten das auch gestern mit dem Bagger hingestellt haben!"
Nach circa 40km Regen hatten wir keine Lust mehr weiter zu fahren, zumal wir auch bemerkten, dass wir eine kleine "Kreisfahrt" zustande gebracht haben. Bela hat dann eine Bäuerin gefragt, ob wir unsere Zelte auf ihr Feld stellen dürfen, und so blieben wir in der Nähe Carrons. Pünktlich zum Zeltaufbau hörte der Regen natürlich auf.
25.03.05 (Autor: Anne, Thomas, Distanz: 80km)
 - Thomas...
 - Der Platz am Shannon, zwischen den Ruinen
Nach dem inzwischen obligatorischen morgendlichen Schneckenalarm sind wir relativ zeitig losgefahren. Auf dem Weg nach Ennis sind wir durch Boston gefahren - leider ohne ein kitschiges Foto vor dem Eingangsschild zu machen. Wir haben dann unerwartet schnell Ennis erreicht (ca. 30km), wo wir uns ziemlich lange aufhielte. Bela und ich haben versucht, diverse Geburtstagsgeschenke zu finden, was sich als nicht möglich erwies, da es überall nur Scheiß gab. Obwohl Karfreitag war, hatten alle Geschäfte geöffnet und die Straßen waren dementsprechend voller Menschen. Nach Nahrung kaufen und Burger essen, sind wir Richtung Fähre (Killimer) weitergefahren.
Thomas:Ursprünglich war ja der Plan, über Gort Richtung Ennis zu fahren. Wir hatten nicht damit gerechnet, so gut vorwärts zu kommen. In Ennis hat man dann schon gemerkt, dass man in einer "größeren" Stadt ist. Dort war übrigens auch das sauberste Klo, was wir auf der Reise hatten. Als wir Ennis dann verlassen wollten, mußten wir uns erstmal ein bißchen durch das Verkehrschaos kämpfen (es gibt in Irland übrigens sogar Ampeln!). Die Straße danach wurde aber ruhiger. Dort wollten wir uns auf eine Halbinsel vorkämpfen. Anne hatte dann zwar irgendwann keine Lust, aber da sie sich nicht getraut hat, an einer Tür zu klingeln, sidn wir weiter gefahren. Auf der Halbinsel nahe Killimer haben wir den vermeintlich schönsten Platz unserer Fahrt gehabt, direkt zwischen zwei zerfallenen Bauernhäusern. Dort habe ich dann so viel gegessen, dass ich mich kaum bewegen konnte und Anne hatte ein schlechtes Gewissen nach ihrer 1000 kcal Torte.
Anm. Bela:Also, das mit dem schönsten Platz ist Thomas Meinung! Ich fand den bei Castletownbere und den hinter Dingle besser.
26.03.05 (Autor: Thomas, Distanz: 75km)
Unser Ziel für diesen Tag war es, nicht zu weit zu kommen, damit wir nicht zu früh in Tralee ankommen würden. Unseren schönen Campingplatz haben wir erstmal ohne Frühstück verlassen - wir wollten an der Fähre frühstücken. Das sollte sich als Fehler herausstellen. Es waren nicht 5km sondern mehr als 15km - auf leeren Magen keine gute Idee. Nach ca. 1h sind wir dort auch angekommen, konnten uns aber noch nicht einmal das obligatorische Nutella kaufen. Zeit hatten wir genug, da die Fähre, die wir kriegen wollten, schon weg war. Gegen 11:00 sind wir dann von Killimer nach Tarbert übergesetzt. Danach ging es an der Küste Richtung Ballybunnion. Bela und ich, wir hatten ja eigentlich die Hoffnung, dass dort viele Bunnies rumrennen würden - leider bestätigte sich die Hoffnung aber nicht. Trotzdem haben wir in dem Ort Mittagspause gemacht (am Strand). Die Gegend wirkte auf mich ziemlich versnobt (für irische Verhältnisse). Es gab sogar teure Hotels. Ich glaube aber auch, dass es daran lag, dass Bill Clinton irgendwann einmal dort Golfurlaub gemacht hat. Dem haben sie dafür sogar eine Statue hingestellt.
Nachdem wir mit der Pause fertig waren, sind wir wetier Richtung Süden gefahren. Nach kurzer Zeit hatte dann Anne aber keine Lust mehr. Problem war nur, dass erstens keiner lust hatte, einen Bauern zu fragen (auch nach drei Wochen kommt man sich da blöde vor) und zweitens wirklich kein vernünftiger Platz war. Daher hat man sich dann erstmal ein bisschen angezickt. Glücklicherweise sind wir dann weitergefahren. Leider hatte ich dann aber auch ein bisschen die Orientierung verloren, so dass wir dann erstmal im Kreis gefahren sind. Aber unterwegs hat Bela wenigstens seine Zeitung bekommen (irischer Bild-Verschnitt). Da Anne unbedingt anhalten wollte, hatten wir ihr dann auch die Aufgabe übertragen, einen Bauern zu fragen. Das hat sie dann auch getan, hatte aber leichte Kommunikationsprobleme - sie hat ihn nicht verstanden und nicht nochmal nachgefragt. Also sind wir losgefahren und folgten Annes vagen Beschreibungen. Diese brachten uns zuerst zu einer Tankstelle und danach zu einem Sportplatz. Alles keine schönen Plätze. Also standen wir wieder rum. Anne wollte dann schon weiter fahren, wiel es ihr peinlich war. Mir war das dann aber zu doof und ich bin einfach zurück gefahren und habe den Bauern nochmals gefragt. Der hat uns dann auch nochmal einen Platz gezeigt (er war aber auch schwer zu verstehen!). Gegen 18:00 konnten wir dann endlich unsere Zelte aufbauen.
27.03.05 (Autor: Bela, Distanz: 30km)
Heute unser letzter richtiger Fahrtag. Sind morgens erst recht spät los, aber warum Eile? Trotzdem hatten wir die Strecke nach Tralee noch überschätzt, es waren wirklich nur ein paar Kilometer. Am Anfang noch recht schöne Strecke am Wasser, aber irgendwie scheinen alle Straßen nach Tralee schrecklich zu sein - die letzten Kilometer ging es dann über eine recht verkehrsreiche Hauptstraße, was nicht wirklich so toll war. Beim ersten Mal in Tralee waren die letzten 20km ja auch schrecklich (vom Connor Pass).In Tralee angekommen, sind wir dann auf den gleichen Campingplatz gefahren, der zuvor so ruhig war, nur um festzustellen, dass nebenan die "Kerry Home and Motor Show" war - also die Messe für das, was den Iren interessiert: Autos und Ferienhäuser - und dass der Zeltplatz über Ostern von einer wahren Invasion von Caravans überschwemmt war. Offensichtlich war abends eine Art Feier, alle kannten sich, auch die Campingplatzbesitzer schienen da mitzumischen, aber wir haben uns in das Fernsehzimmer zurückgezogen und dort unsere Ruhe gehabt. Gott sei Dank gibt es auch etwas abseits Plätze, die nicht für Caravans freigegeben sind, so dass wir einen einsamen Platz hatten.
Abends sind wir dann Burger essen gegangen, zum hunderttausendsten Mal - aber solche Burger bekommt man hier einfach nicht! - und haben irgendwas Schlechtes im Fernsehen angeschaut.
28.03.05 (Autor: Bela, Ruhetag)
Was haben wir eigentlich gemacht an diesem Tag? Ausgeschlafen, ordentlich gefrühstückt, fern gesehen (Anne und Thomas), ich hab gelesen, irgendwann gepackt, wir waren in der Stadt, irgendwie rumgelaufen, was gegessen, nichts so wirklich. Ach ja, ich vergaß: Anne hatte Geburtstag! Keine große Fete, kleine Apfeltorte für Anne und mich und einen Muffin für Thomas, und abends waren wir dann wieder im selben Pub, leckeren Irish Stew essen. Ich habe diesmal noch Garlic Mushrooms als Vorspeise gegessen, auch sehr zu empfehlen! Btw: der Pub hieß Abbey Inn.
29.05.03 (Autor: Thomas, Distanz: mind. 1000km)
 - Anne schläft sich im Bus aus...
Viel zu früh aufstehehn! Gegen 5 schieß mich tot klingelt der Wecker; draußen ist es stockfinster und es regnet. Also Zelt im Regen abbauen. Alles ist schön nass, da macht outdoor richtig Spaß. Gegen 6:00 verlassen wir dann den Zeltplatz, ab zum Bahnhof. Dort dürfen wir dann auch erstmal auf den Zug warten. Ich glaube gegen 7:00 fährt der Zug los; es ist noch immer dunkel und alle gucken ziemlich müde drein. Die Fahrräder stehen für die 1 Station in einem extra Abteil. Ankunft am Bahnhof: alle gucken raus, aber kein Bahnsteig zu sehen! Ich drücke auf den Knopf und die Tür geht auf, aber da klafft erstmal 2m Luft zum Boden. Das kann nicht ihr Ernst sein! Plötzlich setzt sich der Zug wieder in Bewegung - ach du dickes Ei, der fährt doch nicht etwa weiter? Zum Glück hielt der Zug nochmal - der Bahnsteig war zu kurz, so dass der Zug nur in Etappen halten kann. Gegen 8:00 erreichen wir den Flugplatz, ergo 2h Zeit zum Gammeln. Die Sachen sind nach 0,5h fertig. Beim Sicherheitscheck mußte ich dann auch lernen, dass Zahnpastatuben den Alarm auslösen können. 12:20 geht der Flieger, 15:00 Ankunft in Frankfurt/Hahn. Die haben uns dann sogar wieder reingelassen nach Deutschland.
Danach mußten wir nur erstmal irgendwie nach Köln kommen, was sich dann als nicht so einfach ergeben sollte. Der Busfahrer hatte sich natürlich ziemlich quer gestellt. Mit etwas Überredung und nach dem Auseinanderbauen hat er uns dann doch migenommen. Gegen 18:00 waren wir dann in Köln; ich habe mir schnell noch eine Fahrkarte für den Nachtzug geholt. Dann ging es zu Bela. Dort hat uns Belas Mutter erstmal was gekocht und so langsam hat man mitbekommen, dass die Klamotten immer noch ziemlich stinken (ABC-Alarm!). Wir haben dann erstmal von Irland berichtet und ich bin gegen 22:30 Richtung Rostock mit dem Zug gefahren.
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