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Frankreich-Tagebuch

Dies sind die Aufzeichnungen unserer Mitfahrerin Anne, die sie während der gesamten Reise geführt hat. Der Urlaub hat uns (Anne, Thomas, Ulrike, Bela) 4 Wochen lang im Kreis um Frankreich herum geführt.

02.09.2004 (Do)

Es ist ein Irrtum, dass weiße Socken schneller dreckig werden als dunkle.

Endlich gehts los. Am Vormittag wurden noch einige Erledigungen gemacht. Gegen 11:00 ging es dann los in Richtung der orangenen Menschen. Unser Zeltplatz heißt Gaastenplat oder so, keine Ahnung was das bedeutet.

Amsterdam erscheint unerwartet hektisch, aber hat auch sehr viele idyllische und zum Hinsetzen einladende Plätze. Auffällig ist die strikte Einteilung der Viertel der Stadt. Die Menschen sind recht individuell und die Schuhmode ist schrecklich. :-)

04.09.2004 (Sa)

Wurde essen früher nicht auch schon mit ss geschrieben?

Heute ist unser zweiter Tag in Amsterdam. Am Vormittag sind wir mit zahlreichen anderen Touristen durch einige der größeren Grachten und den Hafen geschippert. Danach ging es direkt ins Sexmuseum - sehr interessant!

Zur Zeit sind wir wieder auf dem Zeltplatz und schöpfen neue Energie für den Abend. Bela und Thomas lesen mit Sicherheit sehr bildende und eloquente Bücher, Ulrike schläft.

Gelernt haben wir heute:

  • Amsterdam hat 750,000 Einwohner (weniger als wir dachten).
  • Es stehen ca. 1000 Brücken in dieser schönen Stadt.
  • Einiges, was wir über Sex eigentlich schon wußten.

Die Umfrage "Was gefällt Dir an Amsterdam besonders?" ergab folgende, statistisch nicht verwertbare Ergebnisse:

  • Bela: "Die Grachten."
  • Ulrike: "Die Hollandräder"
  • Thomas: "Die ruhigen Stellen, an denen wir gestern Abend waren."

Ich schließe mich den anderen an und füge noch die offene Atmosphäre dazu.

Belas Vorschlag abends, nicht mehr in die "stressige Stadt" zu fahren, wurde mit allgemeiner Begeisterung aufgenommen. Stattdessen unternahmen die mutigen Vier eine gefährliche Nachtwanderung durch einen dunklen, verwunschenen Wald hin zu einem geheimnisvollen von unidentifizierbaren Bäumen umgebenen See. Danke, Bela.

05.09.2004 (So)

Da [Waterloo] gibt's bestimmt auch ein Abba-Museum

Heute verabscheiden wir uns von der haschisch-geschwängerten Luft Amsterdams.

Unser Weg sollte uns nach Brügge führen (was er auch getan hat). Auf der Strecke nach Süden )so ganz grob) mußten wir durch Oostende. Diese Stadt, sowie auch alle umliegenden Orte, sollte als Urlaubsort nicht in Erwägung gezogen werden. "Oh, ist das häßlich" sagt ja wohl alles.

Brügge war dann allerdings eine sehr gelungene Entschädigung. Die alte Hansestadt ist sehr gut erhalten und im Gegensatz zu Amsterdam recht gemütlich, obwohl auch einiges an Touristen unterwegs war. Hauptattraktion schienen auch die einspännigen Pferdekutschen zu sein, für die einige oder eher viele Touris sogar Schlange standen. Ich persönlich empfinde die Vorstellung von stinkenden Paarhufern durch die Stadt gezogen zu werden nicht unbedingt als anziehend.

Der Campingplatz war relativ überschaubar, ruhig und es gab warmes Wasser (für umsonst).

06.09.2004 (Mo)

Auf nach Paris.

Eine lange, verwirrende Fahrt liegt hinter uns. Aber daüfr haben wir jetzt auch eine Stadtkarte von Arras, der Geburtsstadt Robespierres. Die Route Nationale wird von den Franzosen gut versteckt, aber wir haben es trotzdem geschafft und sind auf der N17 bis nach Paris gefahren.

Der Zeltplatz hier ist nicht so besonders und die Heringe lassen sich nur mit besonderer Überredungskunst und/oder Gewalt in den Boden treiben.

Zur Zeit wird gegrillt. Es gibt Schaschlik und Matschburger. Jetzt, nach dem Essen, ist die Stimmung träge und müde - mal sehen, was noch so wird.

Dank des heldenhaften Einsatzes von Ulrike und mir haben wir letztendlich doch noch einen besseren Platz bekommen.

07.09.2004 (Di)

Thomas zu Haferschleim: "Ich war nie krank."

Heute morgen war das erste Mal trübe Stimmung im Paradies. Ulrike und Bela hatten leichte Meinungsverschiedenheiten was den Umgang mit Zeltheringen angeht. Danach wurde der Tag wunderschön.

Paris ist entgegen unserer Erwartungen gar nicht so stressig und überlaufen. Paris an einem Tag - hier die Stationen:

  • Invalidendom
  • Eiffelturm (gar nicht soo groß)
  • Notre Dame (langweilig)
  • Centre Pompidou
  • Les Halles
  • Sacre Coeur (windig)
  • Montmartre (angenehme Atmosphäre)
  • Arc de Triomphe (Sonnenuntergang)
  • Champs-Elysee
  • Tracero (von dort haben wir den kitschig beleuchteten Eiffelturm betrachtet)
Am Ende unseres Tages mussten wir dann noch 1h auf unseren Bus warten - war aber trotzdem lustig.

08.09.2004 + 09.09.2004 (Mi + Do)

Statt Spruch mal Bewegung: Ulrike führte vor, wie aus einem Radschlag ein Bauchklatscher werden kann.

Wir haben uns Rouen angesehen. Neben der recht hübschen Innenstadt waren wir auch in der obligatorischen Kathedrale (Notre Dame, wie auch sonst). Der Hinrichtungsplatz Jeanne d'Arcs war mit einer vermutlich helmförmige Kriche "geschmückt". Wer baut eigentlich immer diese hässlichen, modernen Kirchen?

Unser Campingplatz inmitten der schönen Normandie lag nicht weit vom Meer. Dort haben wir es zwei Nächte lang ausgehlaten. DAs Kontrastprogramm zum Pariser Zeltplatz war recht erholsam - ein Auto pro Nacht und ein herrlicher Sternenhimmel.

Der nächste Tag gehörte dem Meer. Wir haben einen ausgedehnten Strandspaziergang gemacht und allerlei totes Getier gefunden (Krabben, Rochen...). Mit Begionn der Flut haben wir eine Sandburg zu bauen. Das war ganz sicher die Schönste und Gewaltigste am ganzen Strand. Noch besser war allerdings, unsere beiden Herren Thomas und Bela aus einiger Entfernung zu beobachten, wie sie wissenschaftlich fundierte Gespräche über Wesen und Art einer Sandburg führten. Dann kam die Flut und schneller als gebaut war die Burg wieder verschwunden.

Was lernen wir an diesem Tag?

  • Nichts ist vergänglicher als das Leben und eine Sandburg.
  • Wenn Kinder am Wasser spielen, sind sie gesund.

10.09.2004 (Fr)

Heute sind wir von unserem schönen Platz an der normannischen Steilküste zuerst in Richtung der Landungsstrände des D-Day gefahren. Unsere Hoffnung auf ein Stück lebendige Geschichte wurde aber leider enttäuscht - die Orte entlang Omaha Beach, Juno Beach usw. erwiesen sich als eine einzige kommerzielle Ausnutzung der Geschichte. Etwas entsetzt ob dieser geradzu ekelerregenden Ausnutzung der Geschichte, dieser Ignoranz gegenüber der Tatsache, dass damals echte Menschen gestorben sind, echte Tragödien passiert sind, haben wir uns dann ins Auto gesetzt und sind schnell weitergefahren, in einen kleinen Ort südlich von Coutances, an dessen Namen sich niemand mehr erinnern kann. Abends, nach lecker Essen (Nudeln in Lachs-Sahne-Sauce) sind wir bei stürmischem Wind und Regen zum Strand hinunter und haben uns auf den Buhnen Wind und Wellen gestellt. Das Resultat waren nasse Hosen und Schuhe. Um uns vor dem Regen zu schützen, sind wir den Rest des Abends im Zelt geblieben und haben seehr leckeren Wein getrunken.

11.09.2004 (Sa)

Unsere Fahrt führte uns nach Mont St. Michel. Die Abtei wurde 970 n.Chr. nach einer Vision eines Bioschofs auf einem ehemals keltischen Kultzentrum erbaut. Der Tidenhub beträgt hier ca. 15m. Bei unserer Ankunft war gerade Ebbe, was ich sehr schade finde, da es sicher beeindruckend ist, dieses Bauwerk mitten im Wasser stehen zu sehen. Etwas lästig waren die Busladungen voller Touristen und der ausufernde Kommerz. Ansonsten ist es unbedingt zu empfehlen, sich die Abtei anzusehen, wenn man in Frakreich ist. Also: sehr schön, sehr kitschig.

Danach sind wir weiter Richtung St Malo gefahren. Die Suche nach einem Campingplatz erwies sich als schwierig, da die meisten unterwegs häßlich waren. Schlussendlich haben wir aber einen sehr schönen Platz mit Blick auf das Meer gefunden. Der Tidenhub beträgt hier ca. 7 bis 9m, nach Auskunft des netten Niederländers nebenan. Am Abend haben wir dann noch einen längeren Spaziergang auf die naheliegende Steilküste gemacht.

12.09.2004 (So)

Heute morgen haben wir bei Ebbe einen Spaziergang zu einem bei Flut nicht erreichbaren Felsen gemacht. Dort haben wir die Fauna des küstennahen Gebietes bewundert (hoffentlich stinkt die Muschel in Belas Rucksack noch nicht).

Am Nachmittag waren wir in der Innenstadt von St. Malo, der angeblich schönstenStadt der Bretagne. Um den Hunger zu stillen, haben wir in einem kleinen Restaurant Gallettes gegessen (Crepes aus einem besonderen Mehl). Das war sehr lecker und um das Mahl noch abzurunden gab es hinterher die wahrscheinlich größten Eiskugeln meines Lebens.

Im Moment sitzen wir wie Hühner auf der STange, mit Blick zum Meer. Ulrike, Thomas und Bela lesen Werke der Weltliteratur, während ich mich um guten Ausdruck und die richtige Orthographie bemühe. Am liebsten würde ich heute abend auf dem Felsen uns gegenüber übernachten. Mal abwarten wie das Wetter wird.

Das Wetter war leider nicht gut genug, um auf der Insel zu übernachten und wir sind vor dem Regen in die Zelte geflohen.

13.09.2004 (Mo)

Heute sind wir im Prinzip den ganzen Tag im Auto durch die Bretagne gefahren. Die Landschaft hier ist sehr schön und vor allem die Tiden beeindrucken uns immer wieder. Wir mußten auch feststellen, dass selbst die großen Supermärkte in manchen Gegenden Mittagspause machen.

Unser Zeltplatz mitten im Nirgendwo war entspannend menschenleer - wie auch die meisten Ortschaften, die wir durchfuhren. Abends haben wir (Bela und ich) uns auf der Suche nach einem Geschäft mit geeigneten Kartuschen noch gründlich verfahren. Auf dieser Fahrt habe ich auch zum ersten Mal Artischocken auf dem Feld gesehen.

14.09.2004 (Di)

Im Prinzip verlief unsere Fahrt ähnlich wie gestern - wieder schöne Landschaft und endlich mal der "echte" Atlantik mit riesigen Wellen und viel Schaum.

Der Zeltplatz liegt in der Nähe der Halbinsel Quiberon und ist wie zu erwaten recht menschenleer, was uns aber nicht stört. Dafür läuft hier ein schöner, großer Hund durch die Gegend. Nachher gibts erstmal Abendesse. Heute nicht so luxuriös wie an den letzten Abenden, dafür aber mal im Hellen.

15.09.2004 (Mi)

Heute ist Ulrikes letzter Tag dieser Reise, morgen geht es ab nach Hause und dann mit ihren Eltern nach Schottland.

Den Tag verbrachten wir in Nantes - der 7.-größten Stadt Frankreichs. Der erste Eindruck war nicht so berauschend. Aber nachdem wir die Altstadt für uns entdeckt hatten, wurde die Stadt sympathischer. Glücklicherweise haben wir auch Kartuschen für Belas Kocher bekommen (endlich).

Unser letzter Abend zu viert war sehr lustig, wenn auch etwas laut, was uns der Zeltnachbar auch zweimal mitteilen mußte.

16.09.2004 (Do)

Aufbruch im Halbdunkel. Wir haben Ulrike zum Zug gebracht, noch schnell im Bahnhof gefrühstückt und sind dann nach La Rochelle gefahren. Zur Zeit ist dort eine Bootsmesse und dementsprechend viele Segel- und Motorboote vor Ort. Allerdings wird man nach ein paar Stunden von der Vielzahl der Boote ermüdet (sogar Bela).

Nach La Rochelle wollten wir so schnell wie möglich zur Ile de Re, was uns allerdings durch einige Staus erschwert wurde. Am Ende haben wir doch auf die Insel verzichtet, da uns die Mautgebühren zu hoch waren.

Also, auf durch den nächsten Stau und zur Ile d'Oleron. Drei Zeltplätze haben wir uns angesehen und ausgerechnet der schönste machte gerade zu. Unser Platz ist auch nicht schlecht, allerdings sind die Mücken für meinen Geschmack zu ausgehungert. Um dem Viehzeug zu entkommen, haben wir den späteren Abend am nahen Atlantikstrand verbracht und in den Sternenhimmel gestarrt. Beeindruckend fand ich, wie laut der Ozean selbst bei Ebbe ist. Später hat uns am Strand ein älteres französisches Ehepaar angesprochen und uns ihre letzten Käse- und sonstigen Essenvorräte geschenkt. Da sage noch einer, die Franzosen seien unfreundlich.

17.09.2004 (Fr)

Endlich ein autofreier Tag. Wir haben lange geschlafen, gut und reichhaltig gefrühstückt, danach gelesen. Im Moment sitzen wir am Strand, Thomas und Bela lesen, ich war vorhin im Wasser - Wellen bezwingen. Später ist Bela nochmal mit Baden gekommen. Das Wasser war wärmer, als ich erwartet hatte.

Abends sind wir dann wieder vor den Mücken an den Strand gefolhen und haben einen richtig kitschiten Sonnenuntergang gesehen - mit Mondsichel und rotem Horizont. Dann haben wir noch die planare Geometrie mit Zeichnungen im Sand genutzt, um ganz wissenschaftlich zu erklären, warum zum Ende des Untergangs Sonne und Mond schneller untergehen.

Da wir am nächsten Tag eine lange Fahrt vor uns haben würden, beschlossen wir, schon in der Nacht loszufahren.

18.09.2004 (Sa)

7:00 Uhr: Ankunft in Albi. Eine Stunde Schlaf am Wegesrand. Danach haben wir die sehr schöne Altstadt von Albi bewundert, waren auf dem Wochenmarkt und haben uns im Park ausgeruht.

Besonders empfehlenswert ist die Kathedrale der Stadt - riesig und mit vielen wunderschönen Details versehen. Dort haben wir dann sogar noch einen Teil einer Hochzeit miterlebt und die dortige Hutmode bewundern können.

Am Nachmittag waren wir in Minerve, einem Dorf auf einem Hügel, der an beiden Seiten von einem Tagl umgeben ist, lange yeit von den Katharern bewohnt und verteidigt. Dieser Ort scheint ein Geheimtipp zu sein, da er von recht wenigen Touristen frequentiert wird und in kaum einem Reiseführer steht.

Unser Zeltplatz bei St Pons ist wunderbar, nur durch einen langen Schotterweg erreichbar und von einem holländischen Paar bewirtschaftet. Die Hunde und Katzen sind sehr zutraulich und wohlerzogen. Wir haben sogar unseren eigenen Freund - ein zotteliger, alter Hund, der sehr lieb ist. Nach dem Essen sind wir noch zum hauseigenen See gelaufen und haben die jagenden Feldermäuse bewundert.

19.09.2004 (So)

Heute haben wir ausgeschlafen, in Ruhe die frisch gebackenen Baguettes gegessen und beschlossen, noch einen Tag hier zu bleiben. Nachher gehen wir wandern, im Moment ist noch chillen angesagt. Muß endlich mal anfangen, Postkarten zu schreiben.

Nachmittags unternahmen wir eine 2,5-stündige Wanderung in der Nähe von St. Avetat.

20.09.2004 (Mo)

Fahrt zur Gorges du Tarn (oder Gorsch Titahn, die Anne meiont). Haben in La Malene einen schönen Zeltplatz gefunden und einen Teil des Abends am Fluß verbracht.

21.09.2004 (Di)

Waren Kanu fahren. 17km auf der Tarn, ca. 4h lang. Das hat Spaß gemacht, vor allem Thomas und Bela in den typischen touri-Booten zu sehen, in die ständig Wasser reinlief. Sind sogar todesmutig ein kleines Wehr runtergefahren - nachdem wir ewig gezögert hatten. Der späte Nachmittag hat dann dem Schlaf gegolten. Sind deshalb etwas spät losgefahren, um Essen zu gehen. Die Fahrt die Berge hinauf war wunderschön und die Natur beeindruckend. Da wir uns verfahren hatten, sind wir mitten in der Nacht nach Millau zu McDonalds gefahren. Als Entschuldigung kann ich nur sagen: wir hatten Hunger.

22.09.2004 (Mi)

Auf der Fahrt Richtung Avignon sind uns freilebende Alder sozusagen über den Weg geflogen. Sie leben auf den Hochebenen in der Nähe der Gorges du Tarn und sehen recht beeindruckend aus (Flügelspannweite 1m?). Danach wurde die Fahrt etwas langweilig - die Provence ist eben doch nicht so beeindruckend wie viele erzählen. Zumindest nicht nach unserem Geschmack, und nicht zu dieser Jahreszeit.

Unser Zeltplatz in Avignon war vom Reiseführer empfohlen. Allerdings waren die sanitären Einrichtungen nicht gerade empfehlenswert. Er lag direkt an der Rhone, und man konnte zu Fuß die Stadt gut erreichen. Am Abend saßen wir am Fluss und haben dem Gitarrenspieler hinter uns gelauscht.

23.09.2004 (Do)

Wir haben die Innenstadt Avignons besucht - und die öffentlichen Toiletten. Was passiert eigentlich beim Desinfektionsvorgang? Avignon war insgesamt ein bißchen enttäuschend, aber glücklicherweise nicht zu überlaufen.

Nachmittags sind wir zum Mt Ventoux gefahren - auf den Spuren der Tour de France. Immer im 2. Gang die steilen Kurven hoch. Vor der letzten ist dann der Motor ausgegangen und Thomas und Bela mußten aussteigen. Der Wind dort oben war verdammt schnell - man konnte sich sogar dagegen anlehnen.

Die Abfahrt auf der anderen Bergseite war nicht ganz so toll, denn die Bremsen mochten den steilen Abstieg nicht so gern. Also sind wir mit qualmenden Bremsen erstmal stehen geblieben und haben eine Weile die Natur bewundert. Unten haben wir dann noch einen schönen Campingplatz gefunden.

24.09.2004 (Fr)

Heute sind wir vom Fusse des Mont Ventoux nach Aix-en-Provence gefahren. Aix-en-Provence wird im Reiseführer als sehr verkehrschaotisch bezeichnet, aber wir haben dennoch recht schnell einen Campingplatz gefunden. 4 Sterne und am Stadtrand. In der Stadt war sehr viel los und die meisten Menschen schienen sehr auf ihr Äußeres bedacht. Anscheinend ist diese Gegend nicht gerade arm. Außerdem gibt es hier eine Uni, die genauso alt ist wie die Leipziger. Insgesamt hat Aix eine angenehme, irgendwie italienische Atmosphäre.

25.09.2004 (Sa)

Sind heute nicht so recht aus dem Knick gekommen und haben ewig eingekauft. Dann sind wir über Millau in das Gorges du Verdun gefahren. Die Haute Provence ist allerdings wesentlich schöner als der Rest der Provence. Haben Halt gemacht am Lac Ste Croix - einem sehr blauen, sehr großen Stausee.

Unser Zeltplatz ist ein Stückchen außerhabl von La Palud. Wir überlegen gerade, welchen Weg in der Gorges wir morgen entlangwandern werden - wird bestimmt anstrengend.

Abends waren wir im Ort bei einem Festival für Bergsteiger (Vertigo). Haben es dort aber nicht allzu lange ausgehalten.

26.09.2004 (So)

War wirklich anstrengend, die Wanderung - 7h. Aber auch sehr schön. Die Gorges ist noch beeindruckender als die Gorges du Tarn. Mal sehen, wie die Fotos geworden sind.

27.09.2004 (Mo)

Unsere letzte (oder besser vorletzte) Etappe führte uns nach Süden - nach Nizza. Das Klima veränderte sich und wurde - oh Wunder - mediterran (mit Palmen und so). Auf der Karte und im Führer waren keine Campingplätze vermerkt - aber wir haben trotzdem einen recht Hübschen außerhalb von Nizza gefunden.

Der Nachmittag gehörte dann der Nahrungsbeschaffung (hmmm, Schokoladentorte) und vor allem dem zum-Campingplatz-zurückfinden. Die Verkehrsführung war, sagen wir mal, etwas unübersichtlich.

Abends saßen wir in weinseliger Stimmung im Auto und haben den letzten Abend genossen.

28.09.2004 (Di)

Unser letzter Urlaubstag lässt sich in etwa so zusammenfassen: Nizza, die Sonne brennt, die Stimmung sinkt.

Unser Frühstück haben wir auf der Strandpromenade eingenommen und dabei kräftig über die vorbeigehenden bzw. vorbeijoggenden Leute geläster. Ich denke, das war recht entspannend. Der Teil des Strandes, den wir gesehen haben, war nicht so toll - sehr steinig. Aber das Wasser erschien sehr sauber. Der Yachthafen war dann noch voll von großen, teuren Schiffen.

Danach waren wir noch in der Altstadt, die auch sehr schön ist, haben uns dann aber überlegt, dass wir eigentlich auch schon losfahren könnten - im Kopf saßen wir sowieso schon alle im Auto. Haben uns dann also gegen 16:45 ins Auto gesetzt und sind nach Hause gefahren, wo wir am nächsten Nachmittag angekommen sind.